Ballaststoffe bei Reizdarm-Syndrom: Die FODMAP-arme Ernährung

In einer gesunden Ernährung darf eines nicht fehlen: Ballaststoffe. Diese sind alles andere als störender Ballast. Obwohl sie für den menschlichen Körper unverdaulich sind, haben sie eine Reihe gesundheitsförderlicher Eigenschaften.

Die Bindung von Wasser durch lösliche Ballaststoffe und die volumenvergrößernde Eigenschaft unlöslicher Ballaststoffe führt im Magen zum Sättigungsgefühl und im Darm, aufgrund des erhöhten Stuhlvolumens, zu einer kürzeren Verweildauer. Indem Gallensäuren durch die Bindung an Ballaststoffen mit ausgeschieden werden, müssen diese aus Cholesterin neu gebaut werden, was den Cholesterinspiegel senken lässt (1). Bestimmte Ballaststoffe, wie zum Beispiel Inulin und Galactooligosaccharide, können auch präbiotisch wirksam sein. Sie dienen den Darmbakterien als Nahrungsmittel, die im Gegenzug kurzkettige Fettsäuren produzieren (2).

Inulin zählt, wie Galactooligosaccharide zu den Oligosacchariden, einer Untergruppe der Ballaststoffe. Oligosaccharide bilden mit Zweifach- (zB. Laktose) und Einfachzuckern (zB. Fruktose) sowie Zuckeralkoholen (Polyole) die sogenannten FODMAP’s (fermentable oligo-, di-, monosaccharids and polyols). Diese können vom Menschen in der Regel nicht verstoffwechselt werden und gelangen in den Dickdarm, in dem sie von den Bakterien genutzt werden (3). Durch die Fermentation der FODMAP’s entstehen vermehrt Gase, die bei Menschen mit Reizdarm zu den typischen Symptomen wie Blähungen oder Bauchschmerzen führen. In höheren Mengen kann die wasserziehende Eigenschaft von Fruktose auch zu Durchfall führen (3,4). Eine FODMAP-arme Ernährung ist eine sehr wirksame Methode um Reizdarm-Beschwerden zu mildern (5,6). Allerdings werden als eine Konsequenz daraus, weniger Präbiotika (Fructo- und Galactooligosaccharide, FOS und GOS) aufgenommen, wodurch der Anteil an gesundheitsfördernde Bakterien und deren Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren reduziert wird. Reduktionen von einzelnen Bakteriengattungen, die teilweise starke Zucker-abbauende Eigenschaften haben, wurde bereits beobachtet (7,8). Dennoch zeigt diese Methode bei 50-87% der Reizdarm-Patienten eine Besserung der Symptome und der damit verbundene Lebensqualität (9).

Eine FODMAP-arme Diät beinhaltet die starke Reduzierung FODMAP-haltiger Lebensmittel: Mehrfachzucker wie Fruktane und Oligosaccharide sind unter anderem in Weizen, Roggen, Zwiebel, Knoblauch, Artischocken fettarmen Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und Nüssen. Laktose ist unter anderem in Milch und Milchprodukten und Fruktose in Mango, Feigen, Honig, Maissirup und Marmelade. Zuckeralkohole wie Sorbitol, Mannitol, und Xylitol können in Steinfrüchten, Blumenkohl, Pilzen und zuckerfreien Kaugummis vorkommen* (3).

Eine Erwägung der Diät sollte jedoch nur nach einer ärztlichen Diagnose von Reizdarm und unter Aufsicht befolgen (10).

*Die Auflistung ist nicht vollständig und dient nur als Beispiel.

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